Welche Politik-Themen interessieren die Leser?

Leserinnen und Leser interessieren sich nur für Polizeiberichte, Promis, TV-Skandale und Gerichtspossen? Das ist durch Lesewert längst widerlegt. Wir wissen: Gerade die seriöse politische Berichterstattung steht bei Leserinnen und Lesern hoch im Kurs. Sie ist allerdings kein Selbstläufer:

 

Leser wollen keine Nacherzählung von Debatten, sondern eine Einordnung

Politiker-Verlautbarungen, nacherzählte Parlamentsreden, detailverliebte Berichte über Interna aus dem Politikbetrieb – all das würde nur wenige Leser finden.

Bei jeder Themendiskussion in der Redaktion sollte man sich deshalb fragen: Was ist für die Leserinnen und Leser das Wichtigste? Inwiefern sind sie von einer politischen Entscheidung oder Debatte betroffen? Was sind die Fragen, die unsere Leser dazu haben könnten? Wie erklären wir komplizierte Sachverhalte so, dass sie verständlich werden?
Aus den Lesewert-Daten ergibt sich: Politische Berichterstattung ist vor allem dann hoch relevant, wenn die Redaktion die Leserperspektive beachtet. Wenn Auswirkungen politischer Entscheidungen erklärt, wenn Kontroversen und Interessenkonflikte analysiert werden und wenn es gelingt, die Menschen hinter den Entscheidungen zu zeigen, dann kommt politische Berichterstattung bei den Leserinnen und Lesern an. Hoch im Kurs stehen auch Einordnungen, wenn Redaktionen bei wichtigen politischen und gesellschaftlichen Debatten das Für und Wider verständlich aufzeigen und wenn Journalistinnen und Journalisten - in Kommentaren – auch immer wieder klar Position beziehen.

Ein Leser gibt mittels Lesewert-Scanstift Feedback an die Redaktion.

 

Politische Berichterstattung in der Sächsischen Zeitung: Was besonders gut gelesen wird

Am Thema Corona zeigt sich sehr deutlich, wann politische Berichterstattung für Leserinnen und Leser besonders wertvoll und nützlich ist: Wenn die Redaktion ganz klar die Auswirkungen von Entscheidungen in den Fokus nimmt. Zu den bestgelesenen Beiträgen auf den Politikseiten der vergangenen Monate zählen jene, die erläutern, was die Corona-Politik konkret für die Bürger bedeutet, sowie Interviews, in denen Experten zur Einordnung befragt werden.

Spannend wird Politik auch dann, wenn es der Redaktion gelingt, die Menschen hinter den Parteien und Entscheidungen zu zeigen. Der Artikel „Wagenknecht attackiert die Livestyle-Linke“ vom 15. April über die frühere Bundestagsfraktions-Chefin der Linken ist solch ein Beispiel, ebenso das Porträt über die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock, „Kinder, Küche, Kanzleramt“ vom 17. Mai.

 

Spitzen-Lesewert für diesen Beitrag über Wagenknechts Kritik an ihrer eigenen Partei.

 

Berichte aus dem Ausland werden auf den Politikseiten dann gut gelesen, wenn für Sie als Leser ein persönlicher Bezug erkennbar ist: Was macht ein Land im Vergleich zu Deutschland besser oder schlechter? Kenne ich das Land z.B. aus dem Urlaub? Welche Auswirkungen hat die Politik eines anderen Staates auf uns? Themen aus den Weltmächten USA, Russland und China erfahren tendenziell höhere Aufmerksamkeit, ebenso interessante Berichte aus unseren direkten Nachbarländern. Eskalierende Konflikte in der Welt, die eine Bedrohung auch für Deutschland sein könnten, finden dann großes Leserinteresse, wenn sie gut erklärt werden von der Politikredaktion. Manchmal ist es aber gerade der vermeintlich kleine politische Eklat, der große Aufmerksamkeit auf sich zieht. Wie die Geschichte vom fehlenden Stuhl beim Türkei-Besuch der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. „Die Präsidentin muss aufs Sofa“ erreichte am 9. April einen Lesewert von 53 Prozent.

 

Vor der Haustür der Leser

Beim bestgelesenen Artikel der Sächsischen Zeitung im Monat Mai kommen mehrere Erfolgsfaktoren zusammen: Er greift ein kontrovers diskutiertes Thema auf, zu dem wirklich jeder eine Meinung hat und das zudem gut sichtbar direkt vor den Haustüren der Dresdner zu finden ist. Der Artikel handelt von Kiesgärten. Zu trivial? Nein, ein echter Aufreger, wie der hohe Lesewert von über 71 Prozent zeigt. Reporter Henry Berndt aus der Stadtredaktion besuchte eine Kleingärtnerin, die ein pflegeleichtes Kiesbeet in ihrer Parzelle anlegte – sehr zum Ärger des Gartenvereinsvorstandes. Der beschloss: Der Kies muss weg. Das Beispiel illustriert eine emotionale Diskussion, die nicht nur in einer einzelnen Gartensparte geführt wird. Die einen finden Kiesgärten hübsch und pflegeleicht, andere betrachten sie als Umweltsünde.

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