Lokaljournalismus und Corona: Geschichten, die Mut machen

Negative Nachrichten gibt es zuhauf. Mangelnde Ausrüstung, Todesfälle, Neuinfektionen: Jeden Tag scheinen über Redaktionen und Leser neue Hiobsbotschaften in Verbindung mit dem Coronavirus hereinzubrechen. In dieser schweren Krisenzeit fällt es nicht leicht, optimistisch zu bleiben. Doch auch die Solidarität in der Gesellschaft wächst, für Probleme werden zunehmend kreative Lösungen geschaffen. Unsere Messungen zeigen: Die Leser möchten mehr über die Mutmacher und ihre Projekte erfahren. Worauf Redaktionen dabei achten sollen, zeigen unsere Best-Practice-Beispiele.

Zusammen statt gegeneinander: In Dresden ziehen alle an einem Strang

Nicht nur die Inhaber von Restaurants leiden durch die Corona-bedingten Schließungen unter Existenzangst, auch ihre Mitarbeiter bangen um das sowieso häufig schon niedrige Gehalt in der Branche. Gastronomie ist ein absolutes Muss-Thema, da Restaurants und Bars Teil des Lebensalltags der Leser vor Ort sind.

 

Zu sehen, dass das Personal im eigenen Stammrestaurant alles tut, um gemeinsam die Krise zu meistern, macht Hoffnung, schafft Identifikation und Solidarität. Die Lokalausgabe der Sächsischen Zeitung Dresden schrieb am 26.3. darüber, „Wie Dresdner Wirte zu Mitarbeitern halten“ (PLUS). So will eines der bekanntesten Lokale der Stadt keine Mitarbeiter entlassen, während der Betreiber einer Sushi-Kette das Kurzarbeitergeld aufstockt. Viele Menschen, das zeigen jahrelange Lesewert-Messungen, wünschen sich konstruktive Texte wie diesen in ihrer Zeitung. Ein Fokus auf Lösungen statt durchgehender „bad news“ schafft Leserbindung.

Zuhause bleiben, das ist das Credo dieser Tage — um Ansteckungsgefahren für sich und andere zu mindern. Doch nicht alles ist stillgelegt: Wer zur Grundversorgung beiträgt, geht auch während des „Shutdowns“ arbeiten. Diese Menschen sind aktuell sehr gefordert und setzen sich selbst einem gewissen Risiko aus — ihnen gebührt Dank und Aufmerksamkeit, besonders in den Medien. Dass die Leser dies genauso sehen, zeigen die hohen Lesewerte der Serie „Corona Helden Sachsen“ der Sächsischen Zeitung. In der Lokalausgabe vom 26.3. kommen nicht nur Gastwirte, sondern auch eine Optikerin zu Wort, die sich dafür einsetzt, dass Ärzte, Pfleger, Polizisten und Verkäufer in der Krise den Durchblick behalten (PLUS). Das ist inspirierend — auch was das Label angeht. Denn solche Geschichten gibt es momentan viele — in jeder Region Deutschlands.

Applaus, Applaus: In der Pfalz bekommt Marketing eine neue Bedeutung

Es ist fast schon eine Tradition geworden, die im Corona-geschüttelten Italien begann: Menschen verabreden sich zu bestimmten Uhrzeiten und klatschen gemeinsam für ihre Mitbürger, die in der Krise die wichtigsten Aufgaben leisten. Unter dem Label „Die Mutmacher“ schreibt die Rheinpfalz Lokalredaktion Neustadt am 25.3. über eine Anwohnerin, die über soziale Medien einen solchen täglichen Applaus in ihrer Nachbarschaft initiiert hat. Lesernah, emotional und aktivierend.

 

Marketing dient zumeist den ökonomischen Interessen von Unternehmen und Institutionen. Doch mehrere Werbeagenturen im pfälzischen Neustadt arbeiten in der Corona-Krise kostenlos für die Stadt (PLUS), bieten ihr digitales Know-How an und sammeln im Internet per Crowdfunding Spenden für das örtliche Krankenhaus. Diese „Mutmacher“ kommen bei den Lesern an.

Heilende Worte und ein kämpfender Oberbürgermeister in Ostsachsen

Täglich erfahren unsere Leser die neuesten Corona-Infektionszahlen. Doch wie viele Menschen die Krankheit besiegen konnten, wird dem Robert-Koch-Institut kaum oder nur schleppend vermittelt. Doch es sind gerade die positiven Nachrichten, die helfen, die Ausgangssperren und anderen Einschränkungen des öffentlichen Lebens ertragbarer zu machen — und in die Zukunft nach Corona blicken zu können. Die SZ-Lokalredaktion Bautzen macht Hoffnung und berichtet am 25.3. über den ersten schweren Corona-Fall im Landkreis, der nach zehn Tagen auf der Intensivstation gesund wieder nach Hause zurückkehren konnte.

Gerade durch die strikten Schutzmaßnahmen und ihre ökonomischen Folgen sind wir gerade besonders von einzelnen Entscheidungsträgern abhängig. Die Erfolgsregel, dass Interviews meinungsstarke Formate sein sollten, greift in Krisenzeiten wie diesen nicht. Die Leser wollen so direkt wie möglich erfahren, wie es konkret weitergeht. Die Redaktion der Bierstadt Radeberg ist diesem Bedürfnis am 26.3. in ihrer Lokalausgabe mit Erfolg nachgekommen: Der Oberbürgermeister spricht über alltags- und zukunftsrelevante Themen vor Ort (PLUS): Über die Stundung von Gewerbe- und Hundesteuern, sowie über den Erlass von Monatsmieten. Ein Interview, dass man in Radeberg gelesen haben muss.

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