Lokaljournalismus abseits von Corona: Welche Kann-Themen jetzt funktionieren

In unserem ersten Blogbeitrag zu Themen außerhalb von Corona, die auf großes Leserinteresse stoßen, haben wir uns den Muss-Themen gewidmet, sprich dem, was die Leser im Alltag an Informationen benötigen. Im zweiten Teil wollen wir nun einen Blick auf ein anderes Feld werfen: Die Kann-Themen. Bei Lesewert verstehen wir darunter eher weiche Themen, die für den Leser nicht unmittelbar alltagsrelevant sind. Auch im normalen, nicht krisengebeutelten Redaktionsalltag müssen diese Themen exzellent aufbereitet werden, um überhaupt Interesse zu generieren. Dass diese Aufgabe auch aktuell lösbar ist, zeigen unsere Beispiele.

Alltagseinblicke: Wie geht es den Menschen um mich herum?

Gerade in Corona-Zeiten, in denen der direkte persönliche Kontakt zu anderen Menschen weniger wird, können wir als Journalisten unseren Lesern zeigen, wie es um sie herum aussieht. Besonders hohe Lesewerte können dort erzeugt werden, wo Muss-Themen und Menschliches aufeinandertreffen.


Die SZ-Lokalredaktion Dresden veröffentlichte am 18.3. einen Text mit dem Titel „Der halbe Laden war ruiniert“ (PLUS), in dem ein Bäckermeister spricht, bei dem bereits fünf Mal eingebrochen wurde. Hier verbinden sich Sicherheit als Muss-Thema und ganz persönliche Eindrücke eines tragischen Alltagshelden zu einem Artikel, der die Leser mitnimmt.

Historisches: Ein Blick in die Vergangenheit lohnt

Tagtäglich werden wir mit neuen Informationen konfrontiert, die Welt scheint sich immer schneller zu drehen. Bedingt durch Corona sind gerade jetzt viele Leser zuhause und haben mehr Zeit als sonst. Redaktionen können dies nutzen, um ihren Lesern einen Blick in die Vergangenheit zu ermöglichen — und damit auch über den Tellerrand der momentanen Krise.

 

In “Die Trennung der Unzertrennlichen” vom 18.3. schreibt die Rheinpfalz Germersheim über eine Frau, die ihren Nachbarn bei den Bombardements des zweiten Weltkriegs verloren hat. Ein emotionaler Blick durchs Schlüsselloch in eine Zeit, die die meisten aus Familienerzählungen kennen.

Auch die Lokalredaktion Speyer der Rheinpfalz macht die Themennot zur Tugend und setzt auf Historisches — mit hoher Leserresonanz. Die Geschichte zum 75. Jahrestag des Einmarschs der US-Amerikaner in Speyer (PLUS), die mithilfe von Historikerberichten und Zeitzeugen entstand, erzeugt ein plastisches Bild der Situation zum Ende des Zweiten Weltkriegs und lässt den Leser emotional teilhaben. Die spannende Serie “75 Jahre Kriegsende” der Rheinpfalz ist im Übrigen auch ein gutes Beispiel für langlebige Konzepte in thematisch mauen Zeiten. Das historische Ereignis ist auch ohne Probleme in allen Regionen bearbeitbar und bietet viel Material.

Polarisierende Persönlichkeiten: TV-Promis und regionale Größen sorgen für Reibung

Prominente erzielen dann besonders hohe Lesewerte, wenn die meisten Menschen eine dezidierte Meinung zu ihnen haben. So ist es kaum überraschend, dass viele Leser das Interview mit dem umstrittenen Kabarettisten Uwe Steimle unter dem Titel “Ich werde gejagt” in der Dresdner SZ-Lokalausgabe vom 17.3. lasen. (PLUS)


Auch die Rheinpfalz Landau konnte am 18.3. mit einer Geschichte über das Ausscheiden einer Kandidatin aus der Region bei der Castingshow “Germany’s Next Topmodel” punkten. Das polarisierende Sendungskonzept und ein Blick hinter die Kulissen zogen die Leser in die Geschichte.

Häufige Dienstreisen ins Ausland, die einiges an Steuergeld kosten. Die brachten dem Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert den Titel des “Schleudersachsen” eins, ein Preis, der jährlich vom Sächsischen Bund der Steuerzahler vergeben wird. Ein Aufregerthema in der Stadt — und eines, das immer wieder hohe Lesewerte bringt, wie der Artikel der Dresdner Stadtredaktion der SZ vom 23.3. zeigt. (PLUS)

Gastronomie und Freizeitangebote:

Restaurants haben weiterhin geöffnet, nach der Corona-Zeit kann schon jetzt ein Ansturm auf Freizeitangebote aller Art prognostiziert werden. Grund genug, am Ball zu bleiben. Einen sehr hohen Lesewert verzeichnete die SZ-Stadtredaktion Dresden mit einem Hausbesuch im frisch vom Michelin ausgezeichneten Lokal “Daniel” im Stadtteil Striesen. (PLUS)

Ebenfalls auf großes Interesse stieß der Bericht über die finanziellen Schwierigkeiten eines privaten Tierparkbetreibers am 17.3. in der Meißner Lokalausgabe. (PLUS) Kein Wunder: Der Park ist bei Familien als Ausflugsziel äußerst beliebt.

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