Im Interesse der Leser: Wie die VRM ihre Printausgaben weiterentwickelt

Rund 750 teilnehmende Leser in zwei Wellen, knapp 58.800 gemessene Artikel und 100 geschulte Redakteure. Das sind die Fakten zur Zusammenarbeit von VRM und Lesewert. Seit Anfang 2018 optimiert der Verlag im Rhein-Main-Gebiet konsequent sein Angebot – hin zu mehr journalistischer Qualität. Wie erfolgreich dieser Weg ist und was Lesewert dazu beiträgt, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag.

Die Ausgaben der VRM

  

Wie die VRM ihre Ausgaben optimiert

In den Redaktionen (exemplarisch):

  • Die Redaktion in Darmstadt

Konkret identifizierte Muss-Themenbereiche wie Einkaufen und Wohnen haben nun Themenpaten. Zudem werden diese erfolgreichen Muss-Themen in dem Planungstool Desknet als Kategorien hinterlegt, um sie optimal auf allen Seiten zu verteilen. (Was sind Muss-Themen? Muss-Themen sind Themen, die das Leben bzw. den Alltag der Leser unmittelbar betreffen – „Das muss ich lesen.“)

  • Die Redaktion in Wiesbaden

Die Redakteure setzen auf eine gezieltere Themenplanung (im Vorfeld) und gehen weg vom Terminjournalismus.

In der täglichen Blattkritik wird täglich angesprochen, ob und wie die fünf wichtigsten Muss-Themen im Blatt vertreten sind.  

  • Die Redaktionen in Mainz und Worms

Die Redakteure pflegen einen entspannteren Umgang mit der Aktualität beim Terminjournalismus. Der Grund: Die Leser kennen die meisten Termine nicht, die einem Thema zugrunde liegen. Sie legen mehr Wert auf eine saubere Recherche.

Konkretes Beispiel in Mainz: Dort hat sich die Arbeitsweise in der Berichterstattung über Ausschüsse und Räte entsprechend gewandelt. Denn statt eines Sammelsuriums aller Tagesordnungspunkte entstehen mehrere Texte zu den wichtigsten Themen. Freie Mitarbeiter melden sich nach einem solchen Termin und besprechen mit einem Redakteur, welche Themen sich tatsächlich ergeben haben, wann diese in welchem Umfang veröffentlicht werden und welches Bildmotiv passen könnte. Diese Vorgehensweise erleichtert der Redaktion die Planung und beschert den freien Mitarbeitern mehr Honorar, da durch einen Termin mehrere Texte entstehen, quasi eine Win-win-Situation. Am wichtigsten aber: Die Leser lesen keine Sitzungsprotokolle mehr, sondern bekommen die relevantesten Infos aufbereitet.

  • Alle Redaktionen

Seit dem Ende der ersten Lesewert-Messung 2018 gibt es bei der Allgemeinen Zeitung eine Deskchefin, die unter anderem das inhaltliche Angebot der Lokalteile und der Regionalseite „Rheinhessen“ steuert.  

Relevante Top-Themen werden durch eine gemeinsame tägliche Lokalkonferenz sowie eine wöchentliche Planungsrunde aller Lokalredaktionen früher identifiziert.

Im Blatt (exemplarisch):

  • mehr Themen-Relevanz: Die Redakteure legen noch größeren Wert auf Themen, die den Lesern tatsächlich wichtig sind. So achten die Redaktionen beispielsweise bei Erzählstücken im Mantel besonders darauf, die Relevanz für den Leser durch Regionalisierung noch stärker zu verdeutlichen.  
  • mehr eigene Geschichten: Für eigene Geschichten aus dem Hause VRM sind die Leser dankbarer als für Agentur-Texte. Deshalb bringen die Redakteure davon mehr im Mantel und vor allem auf der Titelseite unter. Eigene Geschichten sorgen für Exklusivität und Lokalkolorit. Belohnt wird das mit höheren Lesewerten.
  • der erweiterte Kulturbegriff: Im Wiesbadener Kurier gibt es keine lokale Kulturseite mehr. Stattdessen integrieren die Redakteure die lokale Kultur im Lokalteil selbst. Zudem bedeutet Kultur im Allgemeinen nicht mehr nur Ankündigungen, Rezensionen und Kritiken. Bei den Zeitungen der VRM geht es in der regionalen wie der überregionalen Kultur mittlerweile stärker um Debatten sowie zeit- und gesellschaftspolitische Berichterstattung. Die Autoren haben gelernt, auf Augenhöhe der Leser zu schreiben.
  • mehr Tiefe bei Meinung & Analyse: Auf Seite 2 bieten die Redakteure ihren Lesern mehr hintergründige und erklärende Artikel an. Das tagespolitische Geschehen steht dabei nicht mehr zwingend im Fokus. Pressestimmen und Zitate finden zugunsten einer kleinen Leute-Kolumne „Mensch, XY!“ nicht mehr statt.  

Wie die Leser darauf reagieren

Die Leser haben die Änderungen im Blatt sehr gut angenommen. Das machen die Lesewertzahlen der 2. Messwelle deutlich. Diese haben sich im Vergleich zur ersten Messung bemerkenswert gesteigert. Lagen im Jahr 2018 gerade mal 6 Prozent der gemessenen Artikel bei einem sehr guten Lesewert von über 30 Prozent, waren es 2019 bereits 11 Prozent. Zur Einordnung: Artikel mit Lesewerten von 30 Prozent und mehr gehören in der Regel zu den bestgelesenen Texten einer Ausgabe, die täglich ca. 150 bis 180 Artikel umfasst.

Alle Mantel-Ressorts der VRM kamen zusammen 2018 auf einen Lesewert von 14 Prozent, was zunächst nicht aufsehenerregend ist. Außergewöhnlich ist aber auch hier die Steigerung: Ein Jahr später werden die Mantel-Seiten deutlich intensiver genutzt und verbuchen einen durchschnittlichen Lesewert von über 18 Prozent.

Ressortweise legten vor allem das Panorama, die Titelseite und Landesseiten wie „Rheinland-Pfalz“ und „Rhein-Main“ zu. Aber auch die Ressorts, die grundsätzlich eher kleinere Lesergruppen ansprechen, wie der Kultur-Teil (2018: 7 Prozent; 2019: 10 Prozent) und das Wochenendmagazin (2018: 6 Prozent; 2019: 13 Prozent), konnten einige Prozentpunkte gut machen.       

Wie Lesewert den Prozess unterstützt

Die Basis: 1. Messwelle in 2018

Am 1. Februar 2018 setzten die Leser der Allgemeinen Zeitung, des Darmstädter Echos, des Wiesbadener Kuriers und der Wormser Zeitung für Lesewert erstmals den Scanstift an. Drei Monate lang teilten die Abonnenten den Redaktionen mit, wie sie das Angebot ihrer Lokalzeitungen finden – und legten so die Grundlage für alle Veränderungen an Inhalten und Struktur. Die Ergebnisse präsentierte Lesewert-Coach Christina Knorz, die die Redaktionen durch die komplette Messwelle begleitete, bei der Abschlussauswertung.

Die Überbrückung: Intensive Workshop-Woche 

Nach einer Lesewert-Messung ist es für viele Redaktionen eine echte Herausforderung, die Erkenntnisse und Mechanismen im Fokus zu behalten und weiterhin nach ihnen zu arbeiten. Mit seinem Seminar-Angebot begleitet Lesewert sie auch auf diesem Weg: So nahmen insgesamt 100 Redakteure im Januar 2019 an einer Workshop-Woche in Mainz und Darmstadt teil. In den Seminaren vertieften die Lesewert-Coaches Christina Knorz und Georg-Dietrich Nixdorf die Erkenntnisse aus der 1. Messung und sensibilisierten die Redakteure für die zweite Messwelle und die Erwartungen der Leser. Dabei konzentrierten sie sich auf Themenrelevanz, Textpräsentation und Darstellungsformen.

Die Weiterentwicklung: 2. Messwelle in 2019

Die zweite Messwelle lief in diesem Jahr ebenfalls von Februar bis April. Christina Knorz unterstützte die Redaktionen erneut als Coachin beim Experimentieren und Optimieren. Welche Früchte dieses methodische Vorgehen bereits getragen hat (siehe oben) und wo weitere Potentiale liegen, präsentierte sie bei der Abschlussauswertung Anfang Juni.

 

Sie haben Interesse an einer Lesewert-Messung? Dann schreiben Sie uns eine Mail an info@lesewert.de oder rufen Sie uns unter 0351 4864-3000 an.

Und Außerdem: Unsere Sommer-Aktion geht in die Verlängerung. Nutzen Sie noch bis zum 19. Juli 2019 unsere Sommer-Rabatte auf unsere Nachwuchs-Schulung in Dresden und auf einen Consulting-Tag in Ihrer Redaktion. Mehr Infos halten wir hier für Sie bereit.       

 

 

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