Besonders #Lesewert: New York Times, Anja Reschke, Überschriften

In dieser Rubrik beschäftigen wir uns zukünftig mit Texten, die wir von Lesewert mit voller Überzeugung empfehlen können. Weil sie nützlich sind, weil wir dank ihnen etwas Neues gelernt haben oder weil wir ihre Haltung gut finden. Oder, und das nicht zuletzt: Weil sie tolle Lesewerte eingefahren haben.

Top-Artikel aus dem Spiegel: "Die Ohnmächtigen" aus dem Wirtschaftsressort.

 

In „Besonders #Lesewert“ teilen wir Texte aus dem Netz über Journalismus, Leserforschung, digitale Trends und Daten-gestützte Tools mit Ihnen – sowie Top-Artikel aus unseren aktuellen Lesewert-Messungen. Diese Fundstücke machen den Anfang:

 

Elizabeth Spayd, Public Editor der New York Times, darüber, wie man Leser ernst nimmt:

„Sie wollen mehr Leser anziehen? Versuchen Sie, ihnen zuzuhören!“

Elizabeth Spayd ist seit Anfang Juli eine der prominentesten Leser-Anwältinnen der Welt. Sie bekleidet bei der New York Times das Amt des Public Editors, also einer Redakteurin, die sich um Leser-Belange kümmert und gleichzeitig deren Ansprechpartnerin und Bindeglied zur Redaktion ist. In einer ihrer ersten Kolumnen hat sie in dieser Woche unterstrichen, welche Haltung zu ihren Lesern sie Journalisten empfiehlt. Beispiel gefällig? Nachdem sie aufzählt, dass die Times ja Leute beschäftige, die die User-Kommentare bearbeiten, ein Korrektoren-Team, das mit den Lesern kommuniziert, die Leserbrief-Abteilung, eine Monitoring-Unit, die Nutzerzahlen auswertet, und schließlich sie selbst und ihre Assistentin, schreibt sie

„Leser wirklich zu verstehen, erfordert eindeutig viel mehr als dass sich einige Redakteure tatsächlich jeden Tag direkt mit ihnen auseinandersetzen. (…) Was der Times- und viele andere Newsrooms zur Zeit hauptsächlich tun, ist weniger Zuhören als vielmehr Beobachten und Analysieren. (…) Viel ergiebiger wäre es hingegen, das Publikum so zu behandeln, als hätte es wichtige Botschaften zu vermitteln – seine Vorlieben, seine Gewohnheiten und die unstete Art, wie es sich Informationen beschafft.“

Wir von Lesewert hängen an Ihren Lippen, Mrs. Spayd. Unsere Rede! Hier geht’s zu dem lesenswerten Beitrag: „Want to attract more readers? Try listening zu them.“

 

Anja Reschke, Journalistin des Jahres vom NDR, über die Zukunft des Journalismus:

„Ein Fernsehjournalist hat ein besseres Gefühl für sein Publikum als ein Printjournalist“

Auch Anja Reschke, Leiterin Innenpolitik beim NDR und Journalistin des Jahres 2015, hat jüngst für mehr Dialog zwischen Journalisten und ihrem Publikum plädiert. Im Interview mit dem PR-Blog OSK sagte sie:

„Um einmal eine steile These in den Raum zu werfen: Ein Fernsehjournalist hat ein besseres Gefühl für sein Publikum als ein Printjournalist. Einerseits wegen der sehr direkten Reaktionen der Zuschauer, andererseits, weil unsere Quoten direkt zeigen, wo wir Zuschauer dazugewonnen haben und an welcher Stelle abgeschaltet wurde.“

Die Frau hat Recht. Aber dafür gibt es ja uns! Ihre Meinung zur Zukunft des Journalismus, ihr Plädoyer für die „regionale Lücke“ und weitere kluge Sätze wie diese:

„Journalisten werden ja oft als elitär wahrgenommen. Vielleicht predigen wir auch zu sehr von der Kanzel aus. Aber wir merken: Das Publikum reagiert. Man muss diese Dinge bedenken, und das finde ich anstrengend, aber bereichernd.“

sind hier zu lesen: „‚Der Leser ist viel bequemer geworden‘ – Anja Reschke zur Zukunft des Journalismus“

 

Axel Bojanowski, Wissenschaft-Redakteur bei Spiegel Online, zu Überschriften:

„Seriöse Medien folgen dabei drei Kriterien: Richtigkeit, Relevanz für Laien und Interessantheit.“

Nachdem er in einem SPON-Beitrag die aufgeregte Medien-Diskussion über Starkregen in Deutschland kritisiert hatte und dafür wiederum selbst von Nutzern kritisiert wurde, reagierte Axel Bojanowski in seinem Blog mit einer Replik. Darin beschäftigt er sich unter anderem mit dem Vorwurf, seine Überschrift sei zu hart ausgefallen. Wie er das Entstehen einer Überschrift erklärt, betrifft im konkreten Fall zwar Online-Medien, ist für Freunde analoger Medien aber ebenfalls sehr aufschlussreich: "Erläuterungen zu meiner Kritik an den Aussagen von Experten und Medien zum Starkregen"

#Lesewert-Top-Artikel aus dem Juli

Die Artikel sind zum Teil kostenpflichtig, was wir gut finden. Denn Qualitätsjournalismus ist sein Geld wert!

„Fischen für die Stasi“, ein Ost-West-Porträt
Sächsische Zeitung Riesa, Lesewert 48 %

„Einmal zum Mitnehmen, bitte!“: Wie werden wir in Zukunft mobil sein? Ein Selbstversuch.
Sächsische Zeitung, Sachsen, Lesewert 43 %

„Wir sind die Ohnmächtigen“, ein Generationen-Stück
Der SPIEGEL, Wirtschaft, Lesewert 57 %

„Die Meuterei“, über den Machtkampf der AfD-Männer mit Frauke Petry
Der SPIEGEL, Politik, Lesewert 62 %, bestgelesener Text der Ausgabe 28/2016

„Das Plastiktütendilemma“, Einkaufen + Kontroverse + Europa = starkes Lokalstück
Luxemburger Wort, Stad a Land, Lesewert 45 %

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